Hello there, solo adventure!

So, jetzt sitze ich nun hier. Am Flughafen. Alleine. Boah, was war ich schon lange nicht mehr alleine.

Mein Freund hat mich so toll unterstützt und mir bei allem geholfen. Aber auch der ist jetzt weg.

Mein Herz klopft wie verrückt, ich bin unruhig. In ein bisschen mehr wie einer Stunde geht der Flieger nach Dubai. Dort ist es dann mitten in der Nacht, drei Stunden Aufenthalt und danach noch ein paar Stunden bis nach Bangkok – die Tür von Südostasien für alle Backpacker – man sagt, man muss dort gewesen sein.

WIE lange war ich schon nicht mehr alleine unterwegs? Wie lange bin ich schon nicht mehr geflogen? Bei mir hat sich vor ein paar Jahren schon so eine Routine des Reisens und des Fliegens eingestellt. Da war das ganz normal.

Und dann habe ich entschlossen, die fernen Länder und Ziele sein zu lassen und meine Heimat, mein Österreich kennenzulernen. Wie viel wusste ich von der Welt und wie wenig eigentlich über meine Herkunft!

Nach und nach verstand ich auch so viele Verhaltensmuster, die ich früher immer verteufelt hatte, verstand auf einmal, warum alle das Reisen immer so als Riesending angesehen haben, vor allem alleine als Frau.

Für mich war das immer selbstverständlich, habe nicht einmal darüber nachgedacht.

Doch jetzt verstehe ich das alles. Und auf einmal bekam ich selber Angst. Wie gefährlich das doch sein kann, was alles passieren kann, was das eigentlich bedeutet, so lange getrennt zu sein von den Liebsten.

Ich wollte mich an nichts zu sehr fesseln lassen, nirgends eine tiefe Verbundenheit eingehen, aus Angst, diese dann irgendwann verlassen zu müssen.

Doch genau diese Verbindungen sind der Wahnsinn und geben dem Leben einen Sinn. Jetzt weiß ich, was es heißt, traurig zu sein bei Abschieden.

Die letzten Wochen

Die letzten Wochen waren geziert von einer Mischung der Gefühle. Die meiste Zeit jedoch dachte ich mir nur: Was habe ich mir da nur angetan und warum um Himmels willen will ich das überhaupt machen? Was wenn ich keine Leute kennenlerne, einsam bin und keinen Spaß habe?

Mein Leben in Österreich gefällt mir doch so gut. Es gibt nichts mehr davonzulaufen, ich bin zufrieden mit meiner Situation. Bin sogar sehr glücklich. Aber irgendwie klopfte mein altes Ich anscheinend bei meiner Tür und sagte: „Hey, es wird mal wieder Zeit zu reisen!“.

Dann wechselten die Gedanken gott sei dank zu: Ich freue mich so auf die Zeit für mich selber und alles was ich erleben werde und will am Liebsten jetzt gleich los.

Und heute? War alles auf Autopilot. Ohne meine Packliste wäre ich schön aufgeschmissen gewesen, denn ich habe einfach null mitgedacht. Habe nicht einmal gewusst, wann genau mein Flieger geht oder wann wir wegfahren sollen. War egal.

Und auch sonst wollte ich immer alleine sein auf der Reise und niemanden von der Heimat sehen, um mich voll und ganz meiner neuen Umgebung hingeben zu können. Und jetzt besuchen mich so viele Leute und ich auch und das ist cool.

Habe mich anscheinend weiterentwickelt, das Reisen heute beduetet etwas ganz Anderes als früher. Ich musste meine Seele entdecken, musste meine Persönlichkeit neu erfinden und Erfahrungen sammeln, die sich um 180 Grad unterschieden haben von zuhause.

Jetzt habe ich das anscheinend schon gefunden, zu einem Teil zumindest und will einfach nur eine gute Zeit haben. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn keine Wahnsinnserfahrung herauskommt, die mein Leben verändert – so what? Ich bin eh schon glücklich.

Na dann! Guten Flug an mich.

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