Die Elefanten sind loos!

Als ich in Chiang Mai mit der Stray Gruppe ankam, wurden wir gleich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Ausflug zu den Elefanten hier sehr empfehlenswert sei. Thailand ist ja echt extrem günstig für unsere Verhältnisse, aber als ich dann den Preis für das Elefantencamp sah, erschrak ich doch extrem. Umgerechnet ca. 60 € sollte so ein Tag mit den Elefanten kosten.

Im Endeffekt stellte sich heraus, dass alle von unserer Gruppe die Elefantentour gemacht hat, außer ich. Nun gut. Kein Problem. War ja nicht so, als hätte ich schon immer Elefanten sehen wollen.

Nach Chiang Mai ging es ab nach Pai, wo ich dann recht lange hängen blieb, weil es einfach unglaublich schön dort war und ich die besten Leute kennenlernen durfte. Das einzige Elefantencamp, das es dort meines Wissens nach gab, war ein typisches für Touristen, wo man die Elefanten reitete und die dann abends angekettet wurden.

Da meine Tour sowieso wieder von Chiang Mai weiterging, entschied ich mich zurückzufahren mit einem Freund und noch ein paar Tage in Chiang Mai zu verbringen. Somit konnte ich dann auch die Elefantentour machen!

Diese Sache mit dem Elefantentourismus in Thailand

Man muss wissen, dass das Thema des Elefantentourismus in Thailand sehr sensibel ist. Ohne groß recherchiert zu haben, aber nach vielen Gesprächen mit Reisenden und Einheimischen ist es wohl so, dass Elefanten nicht dazu da sind, um geritten zu werden oder eingesperrt zu sein mit Ketten. Und schon gar nicht, um für den Zirkus verwendet zu werden! Damit werden sie gequält.

Vor allem in Chiang Mai wird man fast erschlagen mit Elefantentours und tausenden Angeboten, die auf den ersten Blick alle gleich erscheinen. Bei genauerem Betrachten jedoch gibt es deutliche Unterschiede. Es gibt Touren, die

  • … rein auf Touristen ausgelegt sind und sich nicht wirklich um das Wohl der Elefanten kümmern
  • … diese Elefanten retten und in so genannten „elephant sanctuaries“ wieder gesund pflegen und von den Strapazen erholen lassen, aber dafür kein so spektakuläres Programm geboten wird wie in den anderen Touren.

Mein privater Tag mit den Elefanten und den Mahouts

Ich entschied mich für das Maerim Elephant Sanctuary, welches klar der zweiteren Kategorie zuzuordnen ist. Am Vorabend noch schnell im Hostel gebucht und bezahlt ging es auch schon los.

Es befand sich ca. 30 Kilometer außerhalb von Chiang Mai. Ich wurde in der Früh abgeholt und mir wurde gleich mitgeteilt, dass ich die Einzige Teilnehmerin an diesem Tag war und nur ein neuer Freiwilliger aus den Vereinigten Staaten mit mir dabei war.

Ich war nicht wirklich überrascht, da ich schon beim Kochkurs damals die Einzige war und ich somit vielleicht mehr Zeit mit den Elefanten hatte beziehungsweise ein Privatprogramm bekam.

Schon bei der Ankunft wurden mir Bananen in die Hand gedrückt, die binnen Millisekunden von den Elefanten verdrückt wurden.

Es regnete anfangs und ich bekam eine neue schicke Montur und wurde nach erneutem Aufladen von Bananen direkt ins Gehege gelotst. Man erklärte mir, dass ein „Mahout“ eine sogenannte Bezugsperson von einem Elefanten ist und er auf alle Befehle hört.

Es waren ca 6 oder 7 Elefanten in diesem Gehege, die zwischen 2 und 50 Jahren alt waren und eigentlich alles, was die Elefanten machten, war essen, kacken und extreeem viel Spaß haben. Man konnte wirklich zuschauen und musste die ganze Zeit mitlachen, weil sie sich einfach nur austobten.

 

Danach ging es auf, Bananenbäume mit einer Machete zu schneiden, um die dann den Elefanten zu bringen. Wir waren in einem recht wilden Garten, Pooh – mein Guide, erklärte mir alle möglichen Pflanzen, die dort wuchsen und ich probierte mich durch die Köstlichkeiten (ich aß sogar den Bananenbaumstamm!).

Nachdem die Elefanten, die durchschnittlich etwa 250 kg pro Tag zu sich nehmen, den Bananenbaum wieder ratzefatz weggeputzt haben, ging es zu einem Spaziergang, wo sie sich frei bewegen konnten und das Gefühl eines wilden Elefanten simuliert werden sollte. In Thailand gibt es heutzutage jedoch fast keine wilden Elefanten mehr.

Nachdem sich das Wetter gewendet hatte, ging es zum Highlight des Tages, und zwar zum Schlammbad. Pooh und der Volunteer waren schon in Bademontur und komplett voller Schlamm, und ich dachte nur: Why not? Und gesellte mich zu Ihnen. Wir rieben die Elefanten ein, weil es wie eine Massage ist und wirklich – dieser Schlamm ist echt angenehm! Manche Leute bezahlen viel Geld für so etwas in einem Studio!

Schlussendlich ging es dann noch in den Reinigungstümpel, um den Schlamm wieder herunter zu waschen und die Mahouts gaben Anweisungen, dass die Elefanten mich mit dem Rüssel anspritzen sollen – es hat echt Spaß gemacht.

Als Fazit kann ich sagen, dass man bei diesem Anbieter echt gesehen hat, wie liebevoll sich um die Elefanten gekümmert wird und wieviel Spaß die da eigentlich den ganzen Tag haben. Auch die ganzen Guides und Mahouts freuen sich einfach immer, erneut einen chilligen Tag mit den grazilen Tieren verbringen zu dürfen. Ich, der eigentlich normalerweise nicht so tiervernarrt ist, habe den Tag trotzdem genossen und es war schön, die Elefanten in einem entspannten Umfeld so ausgelassen zu sehen.

Man hat einfach den normalen Tagesablauf der Elefanten mitgemacht, ohne Schnick-Schnack, ohne Reiten oder Touristen-Vorführungen und kam gut gelaunt und sehr froh, wieder eine Dusche und frische Kleidung zu haben vom Tag zurück.

Und wer kann schon behaupten, dass er 6 Elefanten für sich alleine gehabt hat für einen ganzen Tag? 😀

PS: Die Fotos sind von einem Fotografen, der mir doch tatsächlich den ganzen Tag lang auf der Spur war und sage und schreibe 304 Fotos gemacht hat! Ich habe mich schon ein bisschen gefühlt, wie ein Superstar, der von Paparazzis belagert wird 😉 Leider sind gefühlte 90 % der Fotos aber sowas von nicht von meiner Schokoladenseite, so dass es harte Arbeit war, die guten auszusortieren 😛

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