Wenn der Kopf zu viel denkt und auf das Herz vergisst

Heute ist wieder einer dieser Tage.

Ich kann einfach nicht abschalten.

Ich kann nicht das Leben leben lassen sein.

Ich muss analysieren.

Ich muss alles zu Tode analysieren und mit meinem Kopf zerlegen.

Ich kann nichts fühlen, weil ich einfach nur die Metaebene sehen will.

Diese Ebene, in der ich mich von außen als extrem kritischer Schiedsrichter betrachte.

Ich kann machen, was ich will, nichts hilft.

Bilde mir schon wieder Gedankengespinne, was ich nicht alles machen könnte und wie ich mein Leben optimieren könnte.

Male mir Utopien aus, wie perfekt meine Zukunft aussehen könnte und analysiere knallhart, was jetzt im Moment nicht passt und wie schlecht ich eigentlich bin.

Das Herz lässt sich nicht einschalten und ich will es aber um jeden Preis.

Will alles erzwingen.

Will konsumieren.

Will, dass andere mir den richtigen Weg zeigen.

Dass andere mir meinen Weg zeigen.

Will die einfache Variante.

Bin anscheinend überwältigt mit meinen eigenen Problemen, sodass ich einfach jemand anderen folgen will.

Kann nichts fühlen.

Nur logisch analysieren.

Mit Pro und Kontra – Liste.

Weiß grad nicht, wer ich eigentlich bin, wofür ich eigentlich bin und warum ich eigentlich bin.

Habe so viele Gedanken.

So viele Gedanken, dass der Kopf fast zu platzen droht.

Weiß gar nicht, auf was ich mich fokussieren soll.

Kann aber auch nichts machen, ich arbeite gegen mich.

Stehe mir selbst komplett im Weg.

Kann aber auch nicht akzeptieren, dass es nun einfach mal so ist heute.

Fühle Leistungsdruck, in eine bestimmte Richtung gehen zu müssen.

Fühle mich so, als dass die ganze Welt Dinge und Verhaltensmuster von mir erwartet, die ich nicht erfüllen kann und will.

Fühle mich eingesperrt.

Ein Teufelskreis.

Ich weiß, dass es spätestens morgen wieder besser ist.

Ich weiß, dass ich zu viel denke und einfach abschalten müsste.

Ich weiß, dass Yoga und Meditation helfen könnten.

Ich weiß, dass unter Menschen zu gehen helfen kann.

Ich weiß, dass alles gar nicht so schlimm ist, wie ich es mir ausmale.

Ich weiß, dass mich Menschen lieben und mich wertschätzen.

Ich weiß das alles.

Im Kopf.

Und doch kann ich nichts tun.

Wie gelähmt.

Das Herz spielt nicht mit.

Die Intuition spielt nicht mit.

Das Urvertrauen spielt nicht mit.

Die moderne, von Medien geprägte Welt hat mich gefangen.

Und ich fühle mich gerade zu schwach, mich ihr zu entziehen.

Zu viele Möglichkeiten gäbe es in ihr.

Aber oft bedeutet Wahl eben auch Qual.

Will einfach nur ehrlich sein.

Veröffentlicht in: Soul

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